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Allein und doch verbunden

von Marli Silram

 

#JUNOBlog

 

Alleinerziehend sein.

Allein erziehen.

Allein sein.

Allein.

 

Das Wort ALLEIN hat für viele von uns auch einen bitteren Beigeschmack.

Allein zu sein wird oft in Verbindung gebracht mit Emotionen, die negativ behaftet sind.

 

Alleinerziehend zu sein gar noch viel mehr.

Wären da die Wut (auf den fehlenden Part),

die Angst (all das nicht zu schaffen),

die Sorgen (wenn ein Kind krank ist),

die Unsicherheit (finanziell),

die Überforderung (im Alltag),

der Stress (Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen) und so weiter und so fort.

 

Doch das Wort Allein(erziehend) kann noch viel mehr.

 

Allein(erziehend) sein darf auch bedeuten, alleine glücklich zu sein.

Allein(erziehend) stark zu sein.

Allein(erziehend) mutig zu sein.

Allein(erziehend) Entscheidungen treffen zu dürfen und keine Kompromisse machen zu müssen. Allein(erziehend) zu erziehen und eine klare Linie vorzuleben (und sich Diskussionen rund ums Thema Erziehung zu sparen).

Allein(erziehend) in den Urlaub zu fahren und viele neue Menschen kennenzulernen.

Allein(erziehend) sich den Tag schön zu gestalten.

Allein(erziehend) sich was Gutes zu tun und zu verwöhnen.

Allein(erziehend) einen tollen Ausflug mit den Kindern zu machen.

Allein(erziehend) Freunde einzuladen und ein Fest zu schmeißen.

Allein(erziehend) mit einer Krone und aufrecht durch die Straßen zu spazieren.

Allein(erziehend) stolz auf sich zu sein.

Allein(erziehend) mit so vielen  anderen Alleinerziehenden in einer starken Verbindung zu stehen.

Allein(erziehend) mit so vielen anderen Alleinerziehenden im Austausch zu sein und sich zu unterstützen.

Allein(erziehend) mit so vielen Alleinerziehenden dasselbe Schicksal zu teilen.

Allein(erziehend) neue Wege finden.

Allein(erziehend) neue Wege gehen.

Allein(erziehend) das Leben feiern.

 

Was mich als Allein(erziehend)e oft sehr berührt und stärkt-  so viele liebe Menschen denken an mich, eben weil ich Allein(erziehend) bin. Dadurch begleiten sie mich, auf einer unsichtbaren aber doch fühlbaren Ebene. Ich bin eigentlich viel weniger Allein(erziehend) als oft sichtbar.

 

 

PS: Und mal ganz ehrlich. Trennen wir das Wort allein in ALL und EIN und wir haben ALLE(S) IN EINEM. Also sind wir eigentlich nie allein. Weil wir Alle mit Allem verbunden sind und letztendlich aus einem großen Ganzen kommen.

 


gefördert aus den Mitteln des Sozialministeriums